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Alexander von Stauffenberg und sein Bild von Konstantin dem Großen

Kay Ehling


Pages 155 - 182



Der 1964 verstorbene Althistoriker Alexander von Stauffenberg gehörte seit 1923 dem engeren Gefolge Stefan Georges an. Von Stauffenberg verstand sich zeit seines Lebens als Historiker und Dichter und er lebte, typisch für den George-Kreis, als Wissenschaftskünstler. In den 1930er-Jahren beschäftigte er sich im Zusammenhang mit der Frage nach Aufstieg und Rolle der Germanen im römischen Reich intensiv mit Konstantin dem Großen. Er meinte dabei so etwas wie eine ‚Reichsidee‘ Konstantins greifen zu können, in der Germanentum und Christentum eine planvolle Synthese eingegangen seien. Obwohl sich diese Vorstellung bei genauerer Betrachtung als ahistorische Konstruktion herausstellt, besitzen seine Überlegungen einigen heuristischen Wert: Wenn selbst Augustus schwerlich über einen ‚Reichsgedanken‘ verfügte, wäre zu fragen, wie es sich mit Traian, Theodosius I., Iustinian I. oder Iulian verhält.

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