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Lateinische Merkverse

Zur Definition einer ‚kleinen Form‘ und zu ihrer Nutzung in der römischen Antike

Anja Wolkenhauer


Seiten 211 - 234



Merkverse führen in der Forschung ein Schattendasein. Dabei könnten die lateinischen Merkverse, die nach Alter, Umfang und Wirkung in der europäischen Kultur nicht ihresgleichen haben, für Arbeiten auf dem Gebiet der Mnemotechnik, des kulturellen Gedächtnisses, für die Diskussion um Mündlichkeit und Schriftlichkeit und für kultur- und bildungshistorische Studien höchst gewinnbringend herangezogen werden. Diese Studie zielt darauf ab, eine neue und differenzierte Definition der Textsorte aus dem Material heraus zu entwickeln, die diachron nutzbar ist. Im zweiten Schritt fragt sie danach, ob Merkverse aus dem antiken Sprach- und Literaturunterricht im Überlieferungsgut nachweisbar sind. Schließlich identifiziert sie mit aller gebotenen Vorsicht einige ‚kleine Texte‘ der antiken Literatur als Merkverse (u. a. aus Ennius, Ps.-Vergil, Marius Victorinus, Ausonius, Isidor) und rückt sie in den Horizont der Bildungs- und Unterrichtsgeschichte ein.

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